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Die Bedeutung von mobilem Lernen nimmer weiter zu

 

Hinführung

Lernen wird immer mobiler, das ist die zentrale Botschaft zur Zukunft des Lernens. Nach einer Untersuchung der Bitkom verbessern zwei Drittel der Web-Nutzer ihre Allgemeinbildung über das Web. Dabei steht in der mittleren Altersgruppe die berufliche Bildung im Vordergrund. Um den Rechercheaufwand so minimal wie nur möglich zu halten, kommen immer ausgefeiltere E-Learning-Systeme zum Einsatz, die ein Lernen mit mobilen Endgeräten ermöglichen. Gelernt wird dann, wenn sich ein Zeitfenster öffnet. Wissen wird dann zur Verfügung gestellt, wenn es gebraucht wird. Diese Situation ist mit der in der öffentlichen Verwaltung durchaus vergleichbar. Fragt man nach Zeitfenstern zum Lernen, stellt man fest, dass auch öffentliche Bedienstete vermehrt Lernen entweder in den außerdienstlichen Bereich verlagern, in eine kurze Pause, vor die Vorbereitung auf einen Termin oder die Fahrt zum und vom Arbeitsplatz nutzen, um sich neues Wissen anzueignen und um zu lernen. Ein Treiber dieser Entwicklung sind die heute verfügbaren Endgeräte und ihr wachsender Verbreitungsgrad wie Smartphones, Tablet-Computer und Apps.   
  

Erkenntnisse

In welche Richtung sich die Szenarien des digitalen Lernens entwickeln werden, wird regelmäßig erfasst. Die letzte Delphiestudie zu diesem Thema mit der Befragung von Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fand im Frühjahr 2011 statt und führte zu folgenden Trendaussagen:

  • Blended Learning wird seinen Stellenwert noch ausweiten können.
  • Lernformen des „E-Learning 2.0 wie Wikis werden zurückgehen (2008 wurden Wikis noch als  zukunftsträchtig eingeschätzt)
  • Podcasts und Blogs / Weblogs haben gegenüber der letzten Bewertung einen leicht höheren Wert erreicht, tendenziell werden auch diese Formen eher rückläufig sein.
  • Am stabilsten ist der Trend in den letzten drei bis vier Jahren beim Lernen in Communities, virtuellen Klassenräumen oder mit Hilfe von Simulationen.
  • Die Zukunft des Blended-Learning könnte in einer Mischung aus Blended-Learning und Learning Communities bestehen.
  • Geschlossene Lernsysteme für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gegenüber offenen Systemen bevorzugt.
  • Der mit Abstand wichtigste Zukunftstrend ist das Thema „Mobile Learning“.
  • Mikro-Lernen, also die Nutzung kleinster Lernmodule zur Problemlösung am Arbeitsplatz, wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen insbesondere dann, wenn man sie mit mobilen Empfangsgeräten verbindet.

Folgen

Diese Entwicklung erfordert ein Umdenken bei der Entwicklung von Lernbausteinen. Wenn es möglich ist überall zu lernen, müssen in den Lernprogrammen auch die unterschiedlichsten Lern- und Nutzungssituationen berücksichtigt werden. Das bedeutet auch, dass Lerneinheiten so konzipiert werden müssen, dass sie Störfaktoren verkraften können und die aktive Aufmerksamkeitsspanne nutzen. Sie müssen daher neben den individuell recht unterschiedlichen Lern- und Nutzungsansprüche auch Störungen berücksichtigen. Das kann gelingen, wenn Wissen und Lernbotschaften interaktiv, audio- und videounterstützt zu selbstständig existenten Kleinsteinheiten verpackt werden, die sowohl isoliert als auch in einem bestimmten Setting abgerufen werden können und sich dabei von selbst der Größe des Endgeräts anpassen können. Dabei sollten die Lerninhalte induktiv aufbereitet werden, indem zunächst Handlungsmöglichkeiten zum Probieren angeboten werden, bevor mit der richtigen Lösung auch die Begründung geliefert wird. Lernbausteine können aber auch Wissenselement sein, wenn es darum geht für eine konkrete Problemstellung beispielsweise eine plausible Checkliste abzurufen, um dann bei einer späteren Gelegenheit sich die Hintergründe genauer anzusehen. Diese Lerninformationen werden immer weniger statisch bleiben. Der Bezug über Apps und Clouds macht es möglich, dass sie dynamisch gepflegt werden und daher der Bezieher solcher Lerneinheiten immer über den aktuellsten Erkenntnisstand verfügt. Der Nutzer abonniert nicht mehr nur den Lerninhalt, sondern auch den Lernservice. Damit rückt das Lernen der Lehrenden immer stärker an den Lernprozess der Lernenden heran. Die Entwicklung derartiger Lernbausteine ist aufwendig. Sie macht daher nur Sinn, wenn deren Nutzung in ein strategisches Personalentwicklungskonzept eingebunden ist. 

 

Autor: Dr. Siegfried Mauch, Führungsakademie Baden-Württemberg, 2012

 



 


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