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Modelle, Instrumente und Methoden der informellen Bürgerbeteiligung

 

Die Zusammenstellung zeigt die Vielfalt von Beteiligungsmodellen, Instrumenten und Methoden im kommunalen Bereich. Dies gilt auch für Stadtstaaten. Mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz, das Elemente von Bürgerbeteiligung in die Konkretisierung der dortigen Verwaltungsreform integriert hat, existieren auf Landesebene außerhalb der klassischen Planungsbereiche kaum entsprechende informelle Verfahren.
 
Die hier zusammengestellten Modelle, Instrumente und Methoden enthalten zum Teil eine hohe Redundanz. Dieser Umstand und die Vielfalt sind insbesondere darauf zurückzuführen, dass fast jedes Beteiligungsformat ein auf die jeweils konkreten Anforderungen zugeschnittenes Unikat ist. Auf Grund der Überschneidungen sind je nach Ansatz unterschiedliche Strukturierungen möglich.​ So bietet das Institut für Informationsmanagement Bremen eine Clusterung nach der Funktionsorientierung an: Information, Transparenz, Konsultation, Eingaben, Beschwerden und Petitionen, Kooperation sowie Aktivismus, Kampagnen und Lobbying an (vgl. Abbildung). Insgesamt werden derzeit rund 120 bis 130 unterschiedliche Formate gehandelt, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass es sich bei dem einen oder anderem Format um eine einzelfallbezogene Anpassung handelt. Für eine gelingende Beteiligung wird es auch künftig darauf ankommen, zu einer bestimmten Bedarfslage das passende Setting zu finden. Die Tabelle soll aufzeigen, auf was es dabei ankommen und auf welche Formate dazu zurückgegriffen werden kann. 
 
Die Zusammenstellung ist alphabetisch geordnet. Sie hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
 
 
Weiterführende Informationen zu Beteiligungsmodellen, die im Auftrag der BertelsmannStiftung zusammengestellt wurden sowie ein Hinweis auf das aktuelle "Handbuch Bürgerbeteiligung" (2012) der Bundeszentrale für politische Bildung. Weitere Hinweise finden Sie am Ende der folgenden Tabelle. 
 
 
Bezeichnung
Beschreibung
Hauptzwecke
Besondere Voraussetzungen
Besondere Eignungen
Beispiele
Bürger fragen Bürger zu für sie wichtigen bzw. wertvollen Dingen. Die Interviews zu ausgewählten Themen finden in Groß- oder Kleingruppen statt. Sie werden regelmäßig von einem Interviewleitfaden unterstützt. Bei diesem narrativen Ansatz geht es darum, im Erzählen und Erfassen von Geschichten zu erfahren, was  Menschen mit ihrer Stadt verbindet, warum sie glücklich sind hier zu leben und um andere positive Fragestellungen. Ziel ist es das Positive deutlich zu machen, um daran anzusetzen und Mitmacher zu gewinnen.
Bei der wertschätzende Erkundung wird an dem angesetzt, was bisher schon gut läuft. Das soll möglichst verstetigt,  weiterentwickelt und auf andere Bereiche transferiert werden. Der Prozess läuft regelmäßig in folgenden Schritten ab:
  • Verstehen (Berichte über persönliche Erfahrungen und mögliche Erfolgsbedingungen)
  • Visionieren (Entwicklung von Visionen auf der Grundlage der Erfolgsgeschichten)
  • Verwirklichen (Diskussion möglicher Entwicklungslinien)
  • Umsetzen (Erarbeitung konkreter Umsetzungsschritte)
Der Ansatz ist variabel, auch bezüglich Anzahl und Auswahl der Teilnehmenden. Wichtig ist, dass keine konkrete Erwartungshaltung vorgeben werden und Freiräume für Alternativen und für Dynamik zur Verfügung stehen. Es findet regelmäßig ein Wechsel zwischen Plenums- und Gruppenarbeit statt.
Aufbruchstimmung erzeugen (wie könnte die gemeinsame Zukunft aussehen), Kooperationen begründen, Vernetzungen herzustellen, strategische oder kulturelle Entwicklungs- oder Veränderungsvorhaben in Gang bringen.
 
Der Ansatz ist überall einsetzbar. Er ist stark von „positivem Denken“ bestimmt.
In der Literatur wird als Beispiel die Identifizierung von Schlüsselfaktoren der Kinder- und Jugendhilfe eines Berliner Bezirks genannt.
Aktivierende Befragung
Offenes, aktivierendes Befragungsgespräch zur Erfassung der Sichtweise, Interessen und Bedürfnisse von Menschen in einem begrenzten Gebiet. Mit der Methode geht es vorrangig darum, Menschen neugierig zu machen, zum Nachdenken anzuregen und Menschen zusammenzuführen, damit Erfahrungen ausgetauscht, Gemeinsamkeiten entdeckt und gemeinsame Handlungsschritte verabredet werden können.
Hauptzwecke sind die Initiierung von Nachdenkprozessen, die
Herstellung von Kontakten, ein gegenseitiges Kennenlernen und der 
Austausch von Sichtweisen.
 
Besondere Voraussetzung bestehen im Aufbau und in der Strukturierung der Befragung:  
  • Formulierung eines Vorhabens
  • Training der Interviewer (keine vorzugebende Erwartungshaltungen, Respekt des Eigeninteresses und der Selbstbestimmung)
  • Hauptuntersuchung
  • Auswertung der Befragung
  • Versammlung der Interessierten und Bildung von Interessen- und Aktionsgruppen
  • Beratung und Begleitung der Gruppen.
Besonders geeignet für  kleinräumige Bereichen, in denen Veränderungen herbeigeführt und wofür regelmäßig benachteiligte Gruppen mobilisiert werden sollen (Quartiersmanagement insbesondere in Problemgebieten).
Beispiel:
 
Leipziger Westen mit dem Ergebnis, dass sich Gruppen bereit erklärt haben, an den Themen Ordnung und Sauberkeit  sowie Wohnen und Wohnumfeld weiterzuarbeiten.
Anwaltsplanung
Unterstützung artikulationsschwacher oder sozial benachteiligter Gruppen bei der Wahrnehmung ihrer Interessen durch Fachkräfte.
Hauptzwecke sind die Herstellung einer Kommunikationsbrücke zwischen den Fach- und Alltagswelten der Betroffenen und die Erarbeitung von Gegengutachten und Alternativplanungen mit Betroffenen.
Besondere Voraussetzung sind die zur Verfügung Stellung fachlicher Ressourcen auf Dauer, da nur über längere Zeiträume wechselseitige Lernprozesse entstehen sowie die Sicherstellung der Finanzierung des bzw. der Experten.
Besonders geeignet für Sanierungsvorhaben und Stadtentwicklung in Brennpunktgebieten.
Beispiel:
 
In Hannover unterstützen und beraten Fachleute einen lokalen Zusammenschluss von verschiedenen Initiativen, um deren Wirkung zu verbessern.
Arbeitsbuchmethode
Eine heterogen zusammengesetzte Redaktionsgruppe erarbeitet einen Katalog mit für das Stadtviertel relevanten Fragen. Der Katalog wird von Multiplikatoren persönlich an Bürgerinnen und Bürger verteilt. Die Antworten darauf werden veröffentlicht und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern konkretisiert, bewertet und in einem mehrstufigen Verfahren zu einem neuen Dokument zusammengestellt. Sie bilden die Grundlage für politische Entscheidungen.   
Hauptzweck ist die
Ingangsetzung eines Dialogs mittels einer aufsuchenden Beteiligung.
Besondere Voraussetzungen sind ein strukturiertes Vorgehen:
  • Erfassung des Gebiets (was ist sinnvoll und leistbar?).
  • Bildung einer Redaktionsgruppe (heterogen, repräsentativ zusammengesetzt).
  • Bestimmung eines hauptamtlichen Koordinators.
  • Festlegung der übergreifenden Fragen und Themen durch die Redaktionsgruppe
  • Erstellung des 1. Arbeitsbuchs durch die Redaktionsgruppe (Erfassen der Antworten von „Was ist gut bei ... “, „Was ist weniger gut bei …“ mit Bildern, Geschichten u. a.).
  • Verteilung und Einsammlung von Arbeitsbuch 1 (persönlich über Multiplikatoren, für jeden Haushalt, kann auch über Läden und Schulen verteilt werden).
  • Zusammenstellung der Antworten und Anregungen im Arbeitsbuch 2,
  • Bildung von Arbeitsgruppen aus Bürgern und Experten (Schwerpunkt verschiebt sich von der Erfassung von Wünschen auf Umsetzbarkeit und Kosten).
Besonders geeignet für kleinräumige und  überschaubare Strukturen,
für lokale Planungsprozesse, die  
Aktivierung ressourcenschwacher Bevölkerungsgruppen durch Multiplikatoren mit demselben Migrationshintergrund. 
Methode ist in Skandinavien besonders verbreitet. Im deutschsprachigen Internet konnte kein Beispiel entdeckt werden. 
Bürgerausschuss
Der Bürgerausschuss gestaltet das kommunale Leben auf der Stadtteilebene mit. Die Mitglieder des Bürgerausschusses werden in einer öffentlichen Bürgerversammlung für die Dauer von drei Jahren gewählt. Sie arbeiten ehrenamtlich und vertreten die Belange der Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat.
Hauptzweck ist die Berücksichtigung
örtlicher Belange.
Es sind keine besonderen Anforderungen bekannt. 
Besonders geeignet für die Bündelung der lokalen Bedürfnisse, die Vermittlung von Ideen, das Aufgreifen von Anregungen und Ärgernissen und die Mobilisierung von
Mitarbeit an Lösungsmöglichkeiten.
Beispiel:
 
Bürgerausschuss: Pliensauvorstadt Esslingen
Bürgerausstellung
Ausstellung von Innensichten in Form von Interviewausschnitten oder Fotos der Bürgerinnen und Bürger eines Stadtviertels zu einem bestimmten Thema.
Hauptzwecke sind die Offenlegung der Einstellungen, Ziele und Motive von Interessengruppen, die Vermittlung von Verständnis und von Innensichten sowie die Inszenierung eines Dialogs.
Besondere Voraussetzungen bestehen bei der Wahl des Ausstellungsthemas, der Auswahl der „richtigen“ Interviewpartner, der Schulung der Interviewer, der Durchführung der Interviews (Fotos der Interviewten) sowie der Zusammenstellung ansprechender und aussagefähiger Exponate aus dem Text- und Bildmaterial.
 
Wichtig ist, dass auch ein Handlungsplan erstellt wird, wie es nach der Bürgerausstellung weiter gehen soll. Hierzu könnte eine Zukunftswerkstatt in Betracht kommen.
Besonders geeignet, um
Meinungen, Hoffnungen und Ängste wiederzugeben und darüber ins Gespräch zu kommen.
Beispiel:
 
Bremen: Wissenschaft im Dialog: Was denken Bürger über den Gentest?
Bürgerbefragung
Mit dem Begriff Bürgerbefragung oder auch Einwohnerbefragung wird in der Regel eine unverbindliche Befragung von Bürgern zu einem bestimmten Vorhaben der Verwaltung bezeichnet. Wie bei anderen Umfragen üblich, bekommen die Bürger zu diesem Zweck in der Regel ein Papierformular mit den Fragen übergeben oder übersandt, das diese ausfüllen und zurück senden oder an einer bekannt gemachten Sammelstellen abgeben. Bürgerbefragungen sind stets anonym.​
Hauptzwecke sind die Ermittlung des tatsächlichen Grad von Zustimmung Einwohnerschaft zu bestimmten Fragen oder Themen und die Ableitung eines Stimmungsbildes.
Besondere Anforderungen sind an die Erstellung des Fragebogens zu richten sowie an den Befragungsprozess, der auch das Feedback auf die Befragung einschließt.  
Besonders geeignet für allgemeine Einschätzung und für die Erfassung von Stimmungsbildern.
Beispiele:
 
 
Strategisches Instrument mit dessen Hilfe ausgewählte Beteiligungsgruppen Stellung nehmen zu komplexen Problemstellungen der Kommunal- und Regionalentwicklung. In einen moderierten und elektronische gestützten Verfahren werden die Möglichkeiten herausgearbeitet, die – bezogen auf ein strategisches Ziel - den höchsten Wirkungsnutzen erwarten lassen. Die Methode kann auch eingesetzt werden, um Teilstrategien zu einer Gesamtstrategie zu bündeln und um die Richtigkeit einer einmal eingeschlagenen strategischen Entwicklungsrichtung zu überprüfen. 
Hauptzweck ist die Optimierung des Wirkungsnutzens von Initiativen und Maßnahmen einer bestehenden Strategie sowie deren Überprüfung der die strategische Neuausrichtung einer Kommune oder Region.
Besondere Anforderungen bestehen in der Bestimmung des Untersuchungsgebiets, der repräsentativen Zusammensetzung des Bewertungsteams bezogen auf das Lösungsziel, der Identifizierung und Beschreibung der Einflussgrößen sowie in der Moderation des strukturierten und diskursiven Prozesses.
 
In die Methode ist die "Wissensbilanz made in Germany" eingebunden.
Besonders geeignet für die Beteiligung an strategischen Weichenstellungen bei kommunalpolitischen Entscheidungsfindungen.
 
Das Instrument besteht aus einem Methodensetting. Die einzelnen Methoden können auch in und mit anderen Beteiligungsformaten integriert bzw. zusammengeführt werden.
Beispiel:
 
Bürgerforen (Perspektivwerkstatt, Zukunftsforum)
Bürgerforen bestehen aus 20 und mehr Personen, die nach dem Zufallsprinzip oder gezielt (repräsentativ) aus der Bevölkerung ausgewählt und über einen Zeitraum von einem oder mehreren Tagen, Wochen oder gar Monaten zu bestimmten politisch bedeutsamen Fragen Stellung nehmen. In kleinen selbstorganisiert Arbeitsgruppen werden die gewonnenen Erkenntnisse reflektiert und Fragen formuliert, die von Fachleuten beantwortet werden. Die Ergebnisse werden in einem Plenum vorgestellt, dort bewertet und mit weiteren Handlungsschritten versehen.
Hauptzwecke sind die Verbesserung der Transparenz von Planungen, die Verbesserung des Dialogs zwischen Verwaltung und Bürgerschaft, die Bewertung vorgegebener Fragen, die Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen oder die Erstellung von Bürgergutachten.
Besondere Voraussetzungen bestehen in der Aufarbeitung der Problemlage durch Vorträge, Besichtigungen, Anhörungen, schriftliche Materialien, oder Videovorführungen und in der zur Verfügung Stellung geeigneter Räumlichkeiten, insbesondere bei Großgruppen,
Besonders geeignet bei Maßnahmen der  Stadtentwicklung, der Verbesserung des ÖPNV oder der Bewertung von
Haushaltskürzungen.
Bürgergipfel
Bürgerinnen und Bürger erarbeiten auf der Basis der Ergebnisse von (regionalen) Bürgerkonferenzen Empfehlungen zur Umsetzung von Lösungen und der damit regelmäßig zusammen hängenden Zielkonflikte. Ergebnis ist ein Bürgerreport, den die Bürgerinnen und Bürger an die zuständigen Minister sowie an hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft übergeben.
Hauptzweck ist die fundierte Unterstützung oder die Kritik an Regierungen oder deren Beraterkreise.
Besondere Anforderungen bestehen in der Gewinnung fachlich geeigneter und akzeptierter Bürgerinnen und Bürger. Der Aufbau eines "Think Tanks" kann hierbei nützlich sein.   
Geeignet für jedes Thema, zu dessen Bearbeitung eine fachliche Kompetenz erforderlich ist.
Beispiel:
 
Bürgerhaushalt
Im Bürgerhaushalt nehmen Bürgerinnen und Bürger an der Erstellung des Planentwurfs für den (regelmäßig) Gemeindehaushalt teil. Im Unterschied zu anderen Beteiligungsverfahren stehen im Zentrum dieses Beteiligungsverfahrens finanzielle Aspekte. Die Beteiligung findet auf der Ebene der Gesamtkommune oder einem Bezirk statt, sofern dieser mit eigenen politisch-administrativen Kompetenzen ausgestattet ist. Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden entweder auf der Grundlage eines Diskussionsprozesses im Rahmen besonderer Treffen, oder online, bzw. auf der Grundlage von Kombilösungen. Beim Bürgerhaushalt sollte es sich um einen auf Dauer angelegten Prozess handeln. Die Verwaltung muss über den Umgang mit den Ergebnissen und über die Diskussion im Rat Rechenschaft ablegen.
Hauptzweck ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an kommunalpolitischen Mittelvergabeentscheidungen bzw an der Verbesserung der Ausgabewirksamkeit. Die unterschiedlichen Varianten des Bürgerhaushalts unterschieden sich bezüglich der Verlagerung der Entscheidungsmacht, ob die Bürgerinnen und Bürger nur beratend beteiligt werden, ob die Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger verpflichtend sind oder, ob die Bürgerinnen und Bürger für bestimmte Zwecke auch über ein ihnen eingeräumtes Budget abstimmen können, dessen Verwendung an bestimmte überprüfbare Kriterien geknüpft ist.
 
 
Besondere Anforderungen bestehen in der Mobilisierung der abstimmungsberechtigten Bevölkerung, der ausreichenden Information sowie in der Qualität der Konsultation und der Rechenschaftslegung 
 
Bürgerhaushalte, die ausschließlich online erstellt werden, können leicht zur Durchsetzung bestimmter Interessen genutzt werden (Kampagnen). Es sollte daher darauf genachtet werden, dass Präferenzen nicht nur online, sondern auf  verschiedenen Wegen erhoben werden. 
 
 
Licht und Schatten von Bürgerhaushalten.

 

Besonders geeignet für die Mittelverteilung im Haushalt.
Beispiele: 
 
 
 
 
Evaluationsbericht zum Kölner Bürgerhaushalt. 
 
Bürgerpanel
Regelmäßig 3-4 mal jährlich stattfindende, repräsentative Befragung von 500 bis 2500 Bürgerinnen und Bürgern, die sich dazu einverstanden erklärt haben, über einen Zeitraum von 3 bis 4 Jahren zu kommunalen Themen Stellung zu nehmen (online / offline).
Hauptzwecke sind die Meinungserhebung zu aktuellen Entscheidungen, die Erschließung von Beteiligungspotenzial, die
Information der Bevölkerung, die Verbesserung der Kommunikation zwischen Bürger und Politik und ein proaktives Beschwerdemanagement. Ein Bürgerpanal kann auch als Einstieg für intensivere und komplexeren Methoden genutzt werden.
Besondere Anforderungen bestehen in der Identifizierung eines relevanten Themas und bei der Sicherstellung der Repräsentativität (offene Befragung, soziodemographische Auswertung).
Besonders geeignet, um Bereitschaften und Präferenzen zu erfassen und um die Engagementneigung sowie die Identifikation mit der Kommune zu fördern. 
Beispiele:
 
 
 
Bürgerräte (Rat der Weisen; Wisdom Council)
Nach dem Zufallsprinzip werden 8 bis 15 Bürgerinnen und Bürger eines Ortes oder einer Region ausgewählt, die in 1 ½ Tagen ein selbst gewähltes Thema oder Anliegen diskutieren. 
 
Am ersten Tag werden die Ideen erhoben und festgehalten. Am zweiten Tag wird darüber diskutiert und das Ergebnis öffentlich präsentiert. Danach löst sich der Rat auf. Erwartet wird, dass die Ideen weiter getragen werden, der Prozess selbst dynamisiert und sich daraus neue Bürgerräte bilden.    
Hauptzwecke sind die Förderung des Diskurses zu bestimmten Themen und die Förderung der Selbstorganisationsfähigkeit.
Besondere Anforderungen bestehen vor allem in der Erstmobilisierung der potenziellen Akteure (Erfordernis eines Promotors) und in der Gestaltung der dynamischen Moderation. 
 
Beim Bürgerrat wird die Methode: „Dynamik Facilitation“ eingesetzt. Danach werden die Beträge nach Probleme, Lösungen, Bedenken sowie nach Daten und Fakten kategorisiert.
Niederschwellige Diskurs- und Mobilisierungsmethode, um Lösungen zu aktuell bewegende Themen zu erarbeiten. 
 
Beispiele:
 
 
(Vorarlberg)
 
Modellversuch Baden-Württemberg
Community Organizing
Aufbau einer Beziehungskultur, um durch selbstorganisiertes gemeinsames und dauerhaftes Handeln zu zivilgesellschaftlichen Lösungen zu kommen. Die Zivilgesellschaft agiert autonom. Sie ist selbstfinanziert und wird professionell gesteuert. Sie baut eine eigenen Handlungs- und Verhandlungsmacht auf, um ihre Forderungen bei Verwaltung und Rat anzubringen. 
Hauptzwecke sind der Aufbau von dauerhaften Beziehungen und tragfähigen Organisationen, um Handlungsmacht aufzubauen oder zu stärken und dabei auch finanziell von staatlichen Mitteln unabhängig zu werden. 
 
Kennzeichen von Community Organizing sind daher nicht nur Beziehungsarbeit und Vernetzung, sondern auch Sponsoring, Einwerbung von Spenden und Teilhabe an Stiftungen. 
Besonders wichtig sind Schlüsselpersonen und deren Weiterentwicklung zum „Organizer“, um in Einzelgesprächen eine Vielzahl von Unterstützern zu gewinnen.
 
Besonders geeignet zur Identifizierung von Missständen und von Verantwortlichen.
 
Das Modell stammt aus den USA und beruht auf Solidarität und dem Sinn für Gemeinwesenarbeit.
 
 
Beispiel:
 
Kraftwerk Mitte, ein Bündnis zur Verbesserung der Lebensbedingungen in St. Georg / Hamburg.
Deliberative Polling (Deliberationsforum)
Ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung wird zu einem Thema befragt. Danach werden die Befragten eingeladen über das Thema zwei oder drei Tage einen Diskurs zu führen. Zu  Beginn der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer ausgewogenes Informationsmaterial. Danach beraten sie sich in Kleingruppen, um dann Experten und danach Politiker befragen zu können. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer denselben Fragebogen, um Präferenzverschiebungen zu erkennen (Verschiebungen von 20% sind typisch).
Hauptzweck ist die zur Verfügung Stellung eines Lernraums, in dem eine 
Wissens-, Meinungs- und Konsensfindung zu gesellschaftspolitisch wichtigen Themen stattfindet.
Besonders wichtig sind offene und lernbereite Menschen und die Reflexion der Lernerfahrung. 
 
Ansatz kann in andere Formate übernommen werden.
 
 
Besonders geeignet für die Gestaltung von zivilgesellschaftlichen Lernräumen.
Demokratiewerkstatt
Ein von Jugendlichen getragenes und ausgestaltetes Bildungsarrangement, bei dem die Jugendlichen - betreut durch einen Träger außerschulischer politischer Bildung – in die politische Rolle schlüpfen (Rollenspiele) und sich so mit Politik auseinandersetzen. Die Bildungsaktivitäten bestehen aus einem Set von Aktionen, die die Jugendlichen selbst bestimmen und organisieren. Es handelt sich um einen reinen Bildungsprozess.
Hauptzweck besteht in der schulischen politischen Bildung.
Erforderlich ist die Einbindung in ein didaktisches Konzept
Besonders geeignet für Perspektivwechsel
Diskurs (Dialog)
Akteuren wird ermöglicht, zu einem bestimmten Schwerpunktthema eine gemeinsame Basis an Wissen zu erlangen, Argumente zu einzelnen Positionen auszutauschen und zu verstehen, um gesellschaftliche Wertvorstellungen in Entscheidungsvorschläge zu integrieren. Die Themen werden zumeist in Bürgerforen entwickelt. Dort werden die Beratungsergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen dann auch zur Diskussion gestellt und bewertet. 
 
Hauptzwecke sind die Entscheidungsfindung und die Diskussion unterschiedlicher Wertesysteme und Präferenzen.
 
Zur Planung eines Diskursverfahrens sind in der Regel drei Verfahrensschritte notwendig: Analyse und Auswahl, Planung und Durchführung des Verfahrens sowie die Umsetzung und Auswertung.
 

Der Diskurs erfordert eine qualifizierte externe Moderation, Öffentlichkeit und eine politische Verankerung. Wichtig ist auch Auswahl der Personen bzw. Fokusgruppen.

Der Ansatz kann gut mit anderen Methoden kombiniert werden (Zukunftswerkstatt, Open Space, Bürgerdialog).

Besonders geeignet für den Austausch von Interessen und Wertvorstellungen und die
Initiierung von Lernprozessen im Rahmen der Dorf-, Stadt- oder Regionalentwicklung.
Beispiele:
 
Div. Zukunftsaufgaben für Staat und Gesellschaft, zumeist kommunale Projekte (Kita Osnabrück, Energieerzeugung auf lokaler Ebene),
 
Zusätzlicher Informations- und Kommunikationskanal für politische Themen, für Beschwerden, Hinweise und sonstige Gemeindeangelegenheiten.
Hauptzwecke sind die Information und Kommunikation, die Unterstützung bei der Aufgabenerfüllung und die Abgabe von Hinweisen bei Investitionsstrukturproblemen.
Besonders wichtig sind die Einhaltung technischer Anforderungen, eine gelingende Authentifizierung und die Vermeidung der digitalen Spaltung. 
 
Bei Online-Konsultationen ist eine Moderation erforderlich. Die Methode kann mit anderen kombiniert werden. 
Besonders geeignet für die Einstellung von Planungsunterlagen ins Netz und digitalisierte Formen der Beteiligung oder des Beschwerdemanagements.
 
 
Zugriff auf den Stand der Diskussion, auf Meinungen von Experten, auf Gutachten und Projekte wäre wünschenswert.
Beispiel:
 
In Düsseldorf z.B. bei Bauleitplanungen und bei anderen Verfahren (Informationen zur Planung mit Karte, Glossar, Erläuterungstext, Grünordnungsplan, fotografischer Ansicht des gegenwärtigen Zustands). Über einen geschützten Bereich können Bürger ihre Anregungen und Bedenken zur Planung abgeben.
Klassisches Delphi-Verfahren mit der Variante, dass die Rückkopplung nicht postalisch erfolgt, sondern in gemeinsamen Workshops von 1 bis 2 Tagen und die Themen in Kleingruppen vertieft werden.
Hauptzweck ist die kognitive Konsensfindung überwiegend zu Zukunftsfragen.
Besonders wichtig sind die Expertenauswahl und die Expertenbindung.
Nur als Expertenbefragungen geeignet.
Beispiel:
 
GWA als Arbeitsprinzip professioneller Sozialarbeit zielt auf die nachhaltige Verbesserung von Lebensbedingungen in benachteiligten Wohnquartieren unter tätiger Mithilfe der dortigen Wohnbevölkerung ab. Dies geschieht u. a. durch Aktionsformen wie Haustürgespräche, aktivierende Befragungen, Versammlungen, Öffentlichkeitsaktionen und die Begleitung von möglichst selbstständig arbeitenden Bewohnergruppen.
Hauptzwecke sind die
 
  • Die Erhebung von Bedürfnissen, Interessen und Ärgernissen.
  • Die Aufdeckung widerstreitender Interessen.
  • Die Herstellung der Diskussionsfähigkeit von  Betroffenen.
  • Die Identifizierung von Aktivierungspotenzial bei den Betroffenen.
Besonders wichtig ist, dass seitens der öffentlichen Hand zumindest Restressourcen noch vorhanden sein (Vermeidung von Demoralisierung).
Besonders geeignet für Quartiers- und Stadtteilmanagement.
Beispiel:
 
Integrationslotse
Einrichtung, um Personen, die in Migrationsorganisationen ehrenamtlich tätig sind, besser zu erreichen, sie für ihre Arbeit zu qualifizieren und in der deutschen Gesellschaft und deren Hilfesystem besser zu verankern.
Hauptzweck ist die Qualifizierung von Multiplikatoren zur Verbesserung der Erreichbarkeit von Personen mit Migrationshintergrund.
Besondere Anforderungen bestehen bezüglich der Zusammenarbeit mit den Migrationsorganisationen. Außerdem sind die
Finanzierung des Qualifizierungsprogramms und der Tätigkeit selbst zu klären (Entlohnung, Entschädigung der Lotsen).
Besonders geeignet für die Lösung von Problemstellungen mit Migrationshintergrund.
Beispiel:
 
Kompetenzwerkstatt
Beteiligungsmodell, mit dem die Bedürfnisse insbesondere von Kindern und Jugendlichen oder von Menschen mit Migrationshintergrund direkt ermittelt und in personenbezogene Bedarfsgrößen umgewandelt werden. Die Methode setzt  nicht bei den Defiziten, sondern bei den Fähigkeiten und Interessen von jungen Menschen an.
Hauptzweck ist die Erfassung und gezielte Förderung der Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen.
Besondere Anforderungen sind an die Moderation zu richten. Außerdem ist eine tragfähige Finanzierung erforderlich, die auch Ausbildungsplätze einschließt. Unter Umständen kann auch eine Potenzialanalyse erforderlich sein.
Besonders geeignet für die Planung von Qualifizierungsmaßnahmen,
Planungen der Jugendhilfe, die
Setzung von Impulsen für das Wohnquartier als Lern- und Erfahrungsraum und als Anstöße für sozialräumliche Entwicklungen. 
Beispiele:
 
Modellprojekte in Paderborn und in Offenbach
Eine gewöhnlich 2,5 Tage arbeitende Laien-Jury von neun bis 18 Personen, die von einer Koordinierungsgruppe ausgewählt wurde (Repräsentativität) und die sich gestützt auf Experten, Gutachten oder andere Informationen (öffentlich) zu einem bestimmten Thema ein Ur­teil bilden und dabei versuchen, einen möglichst alle Interessen berücksichtigenden Konsens zu erarbeiten.
Hauptzweck ist die Erstellung eines Bürgergutachtens. Minderheitenvoten sind möglich. Vorstellung des Berichts der Öffentlichkeit.
Strukturiertes Vorgehen:
  • Vorabinformation der Teilnehmer,
  • Formulierung von Fragen
  • Auswahl von Experten
  • Anhörung und Bewertung der Stellungnahmen
  • Moderation der Sitzungen
Besonders geeignet für die Bearbeitung zentraler Themen wie Gentechnologie, Behandlung von Unfrucht­barkeit, computergestützte Verkehrstechnologien oder Telearbeit u. a. Themen.
Beispiel:
 
 
 
Liquid Democracy beschreibt einen fließenden Übergang zwischen direkter und indirekter Demokratie. Jeder Teilnehmer soll danach selbst entscheiden können, wie weit er seine eigenen Interessen wahrnehmen will oder wie weit er von anderen vertreten werden möchte. Insbesondere soll der Delegat jederzeit sein dem Delegierten übertragenes Stimmrecht zurückfordern können und muss hierzu nicht bis zur nächsten Wahl warten. Es ergibt sich daraus ein ständig im Fluss befindliches Netzwerk von Delegationen.
 
Getragen wird der Ansatz von der Vorstellung, das Internet könne durch die Aufhebung von Zeit und Ort der Bevölkerung erleichtern, an politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Damit könne der Einstieg in eine plebiszitär-basisdemokratische Gesellschaft möglich werden. In diesem Sinne wird das Internet als „Demokratiemedium“ gepriesen. In einer neuen Form der „Cyberdemokratie“ werde die schnelle Verdichtung und Vernetzung von individuellen Meinungen zu einem kollektiven Meinungspool möglich. Es könne durch entsprechende elektronisch gestützte Analysen identifiziert werden, welche Meinung mehrheitlich sind. 
Besondere Voraussetzungen sind die Akzeptanz, die technische Machbarkeit und die Möglichkeit kollektive politische Intelligenz erzeugen zu können.
Potenziell für die Erhebung von auch mehrheitlich getragenen Meinungen und Bedürfnissen geeignet.  
„Liquid Democracy“ ist ein bisher in der Praxis selbst von internetaffinen Gruppen nicht angenommenes Beteiligungsmodell. Seine große Schwäche ist neben der hohen Manipulationsanfälligkeit und der zugrunde liegenden Theorie der „Weisheit der Masse“ vor allem die Annahme vom politisierten Bürger als Regelfall.
 
Tatsächlich findet Politik im Internet bislang noch in einer kleinen Nische statt und bietet dort allenfalls eine neue Spielwiese für die auch außerhalb des Internets politisch Interessierten und Aktiven.
Marktplatzmethode
Ansatz zur Anbahnung von Kooperationen zwischen Wirtschaft, zivilgesellschaftlichen Akteuren und öffentlicher Hand im sozialen Umfeld. Dazu gestalten die sozialen Akteure einen entsprechenden „Marktplatz" mit Handelsecken zu zivilgesellschaftlichen Angeboten/ Themen und Nachfragen (zur Verfügung Stellung von Fähigkeiten und Kompetenzen, Netzwerken, Hilfeleistungen,  Baumaterialen u. a. )
Hauptzwecke liegt in der niederschwelligen Zusammenführung auf der Ebene von konkreten Bedürfnissen und in der Vernetzung auf Augenhöhe.
Besondere Voraussetzungen sind  ein Promotor als Botschafter und ein Kernteam als Kümmerer und Organisator.
Als niederschwelliges Angebot überall einsetzbar (Basar). 
 
 
Beispiele:
 
 
Resümee der Bertelsmannstiftung

Freiwilliges, selbstverantwortliches und ergebnisoffenes Verfahren der Konfliktlösung, wobei die streitenden Parteien durch die Vermittlung eines neutralen, unparteiischen Dritten (Mediator) unterstützt werden, um Problemlösungen selbst zu entwickeln, die von allen Parteien akzeptiert werden. Die Beteiligten bleiben die Herren ihres Problems. Ihnen wird keine Entscheidung diktiert.

Zu dem Entwurf eines "Mediationsgesetzes" hat der Bundesrat den Vermittlungsausschuss angerufen (Stand: 16.05.2012).

Hauptzwecke sind Streitschlichtung und außergerichtliche Konfliktlösung.
 
  • Verhandlungs- und Einigungswille,
  • Gestaltungsraum im Konflikt,
  • Soziale Kompetenz der Beteiligten,
  • Dringender Handlungsbedarf,
  • Sicherstellung der Verbindlichkeit der Verhandlungsergebnisse.
Der Prozess darf nicht an Vorbedingungen und Tabus geknüpft werden. Er muss ergebnisoffen sein.
 
Da die unmittelbare Kommunikation der Kontrahenten wichtig ist, empfiehlt sich bei Großgruppen eine Aufteilung in verhandlungsfähige Arbeitsgruppen.
Sehr gut für Interessenkonflikte und Beziehungskonflikte geeignet, zu aufwendig für Sachkonflikte. Für Strukturkonflikte und für Wertkonflikte nur geeignet, wenn Gestaltungsräume und Verhandlungsmöglichkeiten vorhanden sind.
 
 Allgemeine Themen eignen sich schlechter für eine Mediation, die ein konkretes, abgegrenztes, in Alternativen gestaltbares Thema mit Verhandlungsspielraum braucht. 
Beispiele:
 
Flughafen Frankfurt (nicht unumstritten)
 
Moderation
Partizipative Methode zur Steuerung von zielgerichteten Kommunikationsprozessen in Gruppen durch einen Moderator, der dazu spezifische Moderationstechniken einsetzt.
Hauptzwecke sind die zielbezogene Erschließung des vorhandenen Wissens und die Förderung des Gedankenaustauschs idR durch Visualisierung.
Besondere Anforderungen sind an das strukturierte auf den Einzelfall abgestellte Curriculum zu richten und an die Verfügbarkeit von entsprechendem Moderationsmaterial.
Gut geeignet für alle Formen partizipativer Verfahren.
 
Kann mit anderen Methoden gut kombiniert werden.
Beispiel:
 
Nachbarschaft HafenCity
Berücksichtigung von Gestaltungsbedürfnisse bei der Planung von neuen Stadtvierteln, in dem von vornherein nicht „fertige Räume“ geliefert, sondern Anreize geschaffen werden, damit intensive und eigendynamisch verlaufende soziale Prozesse ermöglicht werden (Berücksichtigung einer gewissen atmosphärischen Grundspannung, Schaffung von Anlässen auf Grund von unterschiedlichen gewerblichen Nutzungen und unterschiedlichen Wohnangeboten).   
Hauptzwecke sind die Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens durch Begegnung und Vernetzung, die Stärkung der Mitverantwortung durch Mitgestaltung und die Ermöglichung von Selbstorganisationsformen.
Voraussetzung ist, dass akzeptiert wird, dass soziale Prozesse durch die spezifischen Ausprägungen von Lebensräumen vorstrukturiert werden und diese Räume daher offen und ergänzbar gestaltet werden sollten, damit sich die Menschen darin entfalten können.
 
Erforderlich ist eine Produktion von Bedeutungsüberschuss; die Einwohner müssen sich die Besonderheit und die Chancen Ihres Lebensumfeldes zu Eigen machen.
 
Berücksichtigung insbesondere bei der Bauleitplanung.
Beispiel:
 
Öffentliches Picknick
Niederschwelliges Angebot für Menschen, die sonst schwer zu erreichen sind, sich gemeinsamen und zwanglos mit Menschen anderer Ethnien zu treffen.
Hauptzweck ist die Bildung persönlicher Kontakte.
Erforderlich sind insbesondere muttersprachliche Multiplikatoren und die Eingrenzung des Einladungskreises (Flashmob).
Niederschwelliges Angebot zur Erreichbarkeit von beteiligungsfernen Schichten.
Wegen Flashmob-Gefahr kein geeignetes Beispiel im Internet vorhanden.
Online-Konsultation (Online-Beteiligung)
Beteiligungsverfahren, das über das Internet durchgeführt wird. Die Bertelsmannstiftung hat dazu einen umfangreichen Leitfaden entwickelt.
Hauptzwecke sind die Informationen der Bürgerinnen und Bürger sowie deren  Einschätzungen zu bestimmten Themen.  
Damit viele Personen erreicht werden können, ist eine Mobilisierungsstrategie erforderlich.
Siehe Leitfaden (Online Konsultation).
Beispiel:
 
Leitbild eines offenen und modernen Staates (einschließlich dessen Verwaltung), der seinen Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe gegenüber tritt.
Hauptzwecke sind die Förderung von
  • Transparenz
  • Partizipation
  • Kollaboration
Geeignet als strategisches Regierungsziel.
 
Beispiele:
 
 
 
Elemente daraus im Koalitionsvertrag der Landesregierung enthalten
Teilnehmer (8 – über 2000) bearbeiten selbstverantwortlich und simultan ein für sie wichtiges Thema und bestimmen dabei selbst Richtung, Verlauf und Inhalt in interessengeleiteten Kleingruppen. Die Ergebnisse werden protokolliert. In einer Schlussrunde werden Prioritäten gesetzt und weitere Maßnahmen vereinbart.  
Hauptzweck ist die selbstverantwortliche Bearbeitung oder Erschließung von gemeinsam interessierenden Themen.
 
Besondere Voraussetzung sind ein strukturiertes Vorgehen und der Verzicht auf inhaltliche Vorgaben.
 
Grenzen schaffen nur Raum und Zeit.
Geeignet für jedes Thema, das in Grußgruppen bearbeitet werden soll.

Beispiele: 

Open Space der Wirtschaftsförderung zum Thema: Automatisieren.

Open Space zur Entwicklung eines neuen Messedesigns.

Open Space der Stadt Heidelberg zum Thema: Wir für Familien

Open Space zum Stadtjubiläum.

Perspektivenwerkstatt
Fachleute und Betroffene erarbeiten in einem multidisziplinären Team (Unterarbeitsgruppen) mit Hilfe offener, konstruktiver und aktivierender Arbeitsformen gemeinsam Lösungsideen. Die Ergebnisse werden visualisiert und vom Team ausgewertet und in einem Zielkatalog veröffentlicht. 
Hauptzweck ist die Überwindung von Denkblockaden bei einer Gemengelage von unterschiedlichen Interessen.
Besondere Anforderungen gelten bezüglich der Identifizierung und Aktivierung der lokalen Akteure, des strukturierten Verfahrens, der professionellen Moderation, der Auftragsklärung und der guten informationellen, technischen und organisatorischen Vorbereitung.
 
Es sollte auch für partizipative Projektanschlüsse gesorgt sein. 
Besonders geeignet für die Klärung von Standortfragen, im Siedlungsbau, bei Konversionsprojekten, für Objektplanung bei Stadtplätzen, für Baulückenschließungen oder bei Verkehrsplanungen und ähnlichen Maßnahmen.
Beispiele:
 
 
Berliner Platz, Essen und weitere Beispiele.
Planungsmethode, bei der das Objekt der Beteiligung als Ist-Modell dargestellt und als Gesprächsmedium eingesetzt wird (Modell). Die Vorschläge werden nach Dringlichkeit und Möglichkeit gewichtet, in einen Aktionsplan aufgenommen und von Arbeitsgruppen bearbeitet. Ziel ist es, möglichst schnell kleine Erfolge vorzuweisen. 
Hauptzweck ist die Beteiligung an
komplexen Entwicklungsmaßnahmen mit Hilfe eines niedrigschwelligen Angebots.
Strukturiertes Verfahren:
  • Gruppenbildung, Sammlung von Veränderungsideen.
  • Abbildung des zu verändernden Ortes (Modell).
  • Erweiterung der Beteiligung (Modell wird veröffentlicht und kann dabei auch korrigiert werden).
  • Nachdenken und Erfassung der Kenntnisse und Fähigkeiten der beteiligten Menschen (Bedarfs- und Kompetenzbörse).
  • Gemeinsames Arbeiten am Modell.
  • Auswertung der Vorschläge und Bildung von Arbeitsgruppen.
  • Priorisierung und Zeitplanung
  • Erstellung eines Aktionsplanes
Konkrete Anwendungsfelder sind u. a. Planungsprozesse zur Gestaltung eines Spielplatzes, Innenraumgestaltungen, Erarbeitung von Grundlagen für den Aufbau von Projekten zur Verbesserung des Stadtteils, Entwicklung einer Konzeption für ein Jugend-, Gemeinschafts- und / oder Nachbarschaftshaus.
Beispiel:
 
 
Planspiele (Handlungsspiele)
Methode zur Bewusstmachung komplexer Zusammenhänge bei Angelegenheiten mit widerstreitenden Interessen bzw. Methode zur Einübung von Verhaltensweisen z. B. bei Verhandlungen.
Hauptzweck ist die Wahrnehmung und das Verstehen des Umfelds eines sozialen Systems und deren Wechselwirkungen.
Strukturiertes Verfahren:
  • Besetzung aller wichtigen Interessengruppen.
  • Beschreibung der Interessengruppen und Bestimmung der Kommunikationswege.
  • Protokollierung der Diskussionsverläufe in den Gruppen.
  • Interventionen durch Spielleitung (die Kommunikation läuft über die Spielleitung).  
Geeignet für kommunale Planungs- und Bauvorhaben.
Beispiele:
 
 
 
Planungswerkstatt
Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an konkreten planerischen Fragestellungen möglichst am Ort des Objekts und mit Planern. Im Fokus steht die Umsetzungsfrage, wie kann man eine bestimmte Aufgabe in der Praxis gestalten?
Hauptzweck ist die Entwicklung von Ideenskizzen für einen weitergehenden Bearbeitungs- und Entscheidungsprozess.
Voraussetzung ist eine Interessenanalyse der Beteiligten (Akteursanalyse), damit keine Überbewertung eigener Befindlichkeiten erfolgt
Stadt- Stadtbezirksentwicklung.
Beispiel:
 
Eine Gruppe von ca. 25 nach einem im Zufallsverfahren ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern werden für ca. eine Woche von ihren arbeitsalltäglichen Verpflichtungen freigestellt, um in Kleingruppen (unter Umständen in wechselnder Bestzung) Lösungsvorschläge für ein vorgegebenes Planungsproblem zu erarbeiten. Die Ergebnisse ihrer Beratungen werden in einem sog. Bürgergutachten zusammengefasst.

In der Regel tagen mehrere Planungszellen simultan zum gleichen Thema. Zentrale Merkmale der Methode sind somit:
a) die Zufallsauswahl der Teilnehmenden
b) die Freistellung und die Vergütung der Teilnahme
c) der Gruppenprozess
d) die Prozessbegleitung und Unterstützung durch Fachleute
e) die vorgegebene Problemstellung und Programmstruktur
f) die Dokumentation der Ergebnisse.
Hauptzweck ist die Erstellung eines Bürgergutachtens. Die Teilnehmenden können dazu Experten befragen.
Intensive organisatorische und inhaltliche Vorbereitungen (Projektkonzeption, Entwicklung von Ablaufprogramm und Methodik, Aufbereitung der Arbeitsmaterialien, Einladungsverfahren, Testphase zur Programmoptimierung sowie  Begleitung durch qualifizierte Tagungsteams.
 
Bei größeren Projekten kann die Dauer auch bis zu einem Jahr betragen.
 
Neben kontroversen Themen innerstädtischer Planungen (z. B. Gestaltung von Plätzen und innerstädtischer Verkehrsführung),  Fragestellungen wie die Bewertung neuer Informationstechnologien und zukünftiger Energiepolitik, Anforderungen an einen bürgernahen Verbraucherschutz, Aufgaben lokaler Gleichstellungsstellen oder Verbesserungen des öffentlichen Personennahverkehrs.
Beispiele: 
 
Hinweise zu verschiedenen Bürgergutachten in Bayern, Verbraucherschutz in Bayern und St.Gallen. 
 
 
 
 
 
Participatory Rapid Appraisal
Beteiligung von Zielgruppen mit Hilfe von so genannten „Küchentischgesprächen“. Für die Gespräche (zwei Interviewer) wird ein spezifischer Leitfaden entwickelt. Bei Bedarf kann der Ansatz durch weitere Methoden der Informationsbeschaffung und Datengewinnung ergänzt werden.
Die PRA kann einen Prozess vorbereiten oder eine Entwicklung abschließen (Evaluation).
Halbstrukturiertes Vorgehen mit folgenden wesentliche Einzelschnitte des regelmäßig siebentägigen Projekts:
  • Definition des Untersuchungsauftrags (die zu befragenden Menschen müsse eine Gemeinsamkeit haben),
  • Schulung der Interviewpartner,
  •  Auswahl der Gesprächspartner,
  •  Analyse der Gespräche und Aufarbeitung durch die Interviewer,
  • Präsentation der Ergebnisse.
Die Methode kommt aus der ländlichen Entwicklungsarbeit der südlichen Halbkugel, mit Menschen, die weder schreiben noch lesen können. 
Dorfentwicklung „lebendiges Dorf“
Bewohnergremium im Rahmen eines Quartiermanagements, das insbesondere über die Förderwürdigkeit von Projekten entscheidet und damit idR auch über die Verteilung eines zugewiesenen Budgets. 
Transmission besonderer Anliegen im Rahmen eines Quartiersmanagements zwischen Stadt und Bevölkerung.
Wahl des Beirats in Beiratssitzungen (Bürgerversammlung). Mitbestimmen kann z.B. jede Person, die zweimal hintereinander an einer Beiratssitzung teilgenommen hat.
Einsatz im Rahmen des Quartiersmanagements.
Beispiel:
 
Mit dieser Grußgruppenmethode des Veränderungsmanagements kann ein strategischer Wandel simultan auf allen Ebenen und in allen Bereichen in Gang gebracht werden, in dem Menschen für einen von ihnen angestrebten “Zielzustand” gewonnen und aktiviert werden können. Die Teilnehmer repräsentieren in der Regel einen Querschnitt aus allen an dem Thema beteiligten Interessengruppen. Sie arbeiten während der Konferenz meist innerhalb von zwei bis drei Tagen in heterogen besetzten 8er-Gruppen, die als Fraktal jeweils die Meinungen und Sichtweisen der Gesamtgruppe widerspiegeln. Wichtiges Prinzip ist, dass alle Beteiligten eine gemeinsame und umfassende Sicht der Realität, insbesondere der Anforderungen des externen Umfelds, erarbeiten.
Real Time Strategic Change ermöglicht einen synchronen Wandel in einem gesamten System, z.B. einem Stadtteil.
Besondere Anforderungen sind an die Identifizierung von Veränderungsbedarfen zu richten, an den übergreifenden Dialog über die eigene Kultur, Werte und Ziele.  
Geeignet für Fusionen, Veränderungs- und Integrationsprozesse bis hin zu Bürgerbeteiligungsprojekten im Rahmen der Regional- und Stadtentwicklung.
Keine konkreten Beispielsfälle im Internet.
Regional Governance
Beschreibung von schwach institutionalisierten und eher netzwerkartigen Kooperationsformen regionaler Akteure. 
Ziel ist es nicht, konkurrierende Planwerke zu den bestehenden formellen und informellen Plänen und Konzepten aufzustellen, sondern einen Aushandlungsprozess anzustoßen und zu institutionalisieren, um zum Beispiel küstenbezogenen Probleme und Entwicklungsvorhaben frühzeitig unter den Betroffenen zu diskutieren und dabei zu einem Interessenausgleich zu kommen.
Keine bekannt.
Einsatz im Rahmen von Regional- und Kommunalentwicklung.
Beispiel:
 
Repräsentative Bürgerumfrage
Umfrage zu Mehrausgaben und Einsparen im Rahmen von Bürgerhaushalten bei einer bestimmen Zahl repräsentativ ausgewählter Haushalte (bei der Stadt Freiburg waren es 5000 Haushalte, bei Tübingen 1000). 
Hauptzweck ist die Erfassung eines repräsentativen Meinungsbildes.
Besondere Voraussetzung sind bei der Auswahl und Mobilisierung der Zielgruppe zu beachten.
Zur Vorbereitung eines Bürgerhaushalts, an dessen Stelle oder zu dessen Ergänzung.
Beispiel:
 
Runder Tisch
Vertreter ausgewählter Interessengruppen kommen zusammen, um unter Anleitung einer externen und neutralen Moderation, vorgegebene Aufgaben zu bearbeiten und diese im Konsens versuchen zu lösen. Die Ergebnisse werden öffentlich präsentiert.
Hauptzweck ist die Erzielung eines Konsenses zu einer bestimmten Fragestellung.
 
Interessenzugehörigkeit ist ein wichtiges Auswahlkriterium (Akteursanalyse). Ebenso wichtig ist eine professionelle Begleitung.
Einsatzfelder: Leitbild für eine nachhaltige Stadtentwicklung, Marketingkonzept für eine Region,
neues Verkehrskonzept, Sauberkeit in der Innenstadt, konkrete Aktionen zur Gewaltprävention u. a. Themen
Beispiele:
 
 
Runder Tisch Freiburg: Auswirkungen der Hartz-Gesetze.
Nachhaltige Verbesserung der Standortqualität von Städten und Regionen mit Hilfe moderner Technologie.
Folgende Ansätze werden dazu diskutiert:
  • Intelligenter Technologieeinsatz.
  • Technologiegetriebener Ansatz (jede händische Erfassung muss auf den Prüfstand).
  • Wertgetriebener Ansatz (Unweltinformationen zur Zusammenarbeit der verschiedenen sozialen Akteure nutzen)
  • Systemgetriebener Ansatz (Betrachtung ganzer Subsystem)
Strategisch ausgerichtete Themenauswahl.
Bekämpfung des Verkehrskollaps (Stockholm), Reduzierung der Umweltbelastungen (Singapur).
Beispiel:
 
Stadtteilbüro
Dezentrale Anlaufstelle zu Themen und Anliegen der Bürgerschaft.
Hauptzwecke sind Nähe und Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern.
Erforderlich sind ein räumlich gegenständlicher Bezug und ausreichend mehrfachqualifiziertes Personal.
 

Beispiel:

Stadtteilbüro Reutlingen.

Stadtteilforen
Dauerhafte Struktur und Rahmensetzung, die es ermöglichen den Stadtteil als aktiven Bezugspunkt und Identifikationsgröße zu erleben und darin mitzugestalten.
Ergänzung zum Gemeinderat, weshalb auch gewählte Vertreter an den Sitzungen teilnehmen.
Zur Verfügung Stellung eines Verwaltungslotsen für die Koordination der Planungen der Foren mit denen der Verwaltung.
Wird eingesetzt bei der Gestaltung und Pflege von Spielplätzen und Spielräume für Kinder, bei Verkehrsführung, der Kinderbetreuung, der Stadtbücherei, der Gestaltung von Plätzen und Treffpunkte für Erwachsene u.a..
Zwei Beispiele:
 
 
Methode, mit deren Hilfe alternative Vorstellungen über positive und negative Zukunftsentwicklungen zu umfassenden Bildern und Modellen, d. h. zu möglichen und wahrscheinlichen „Zukünften“ zusammengefasst werden können.
Hauptzweck ist die detaillierte Beschreibung mehrerer möglicher Zukunftssituationen, um daraus Annahmen für Planungen abzuleiten.
Methodisches Vorgehen:
 
·   Problem  und Aufgabenanalyse
·   Bestimmung der Einflussfaktoren
·   Vernetzungsmatrix
·   Trendprojektion
·   Handlungsempfehlungen
Die Szenariotechnik ist sowohl ein strategisches als auch ein kommunikatives Instrument der Entscheidungsfindung mit allen im jeweiligen System relevanten und verantwortlichen Akteure. Sie ist insofern eine ideale Methode für Diskussionsforen.
Beispiel:
 
 
Think Tank
Interessierte und wissenschaftlich kompetente Bürgerinnen und Bürger werden ehrenamtlich, u.U. auch auf Zeit, an bestimmten lokalen Politikprozessen beteiligt.
Aufbau und Pflege eines unabhängigen Expertenpools zur Nutzung der bürgerschaftlichen Expertise.
Besondere Aufmerksamkeit ist der Zusammensetzung des Expertenkreises zu widmen (Akteursanalyse).
Geeignet für die Bearbeitung komplexer Themen, die eine fachliche Kompetenz erfordern.
Die Beteiligungskultur im ländlichen Bereich hat zum Teil eine in diese Richtung gehende Tradition: Schlüsselpersonen, wiederholendes Engagement, methodenerprobt, Vertrauensstellung.
Urban Governance
Urban Governance“ betrifft die Steuerung und Koordination der Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse im kommunalen Bereich zu alltäglichen Angelegenheiten.
Leitbild der Veränderung der Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Kommune / Region, insbesondere in Richtung offener Planungsverfahren.
Das Leitbild kann mit den hier beschriebenen Methoden entwickelt  werden.
Anwendbar für alle örtlichen Angelegenheiten von der Strategie bis zur Umsetzung.
Beispiele:
 
Methode zur Berücksichtigung unterschiedlicher fachlicher Blickwinkel und  der Respektierung der Verschiedenartigkeit der beteiligten Personen, in dem Räume für Träumer, Kritiker und Praktiker eingerichtet und nach einer bestimmten Methode separat durchlaufen werden.
Würdigung von unterschiedlichen Denkhaltungen durch gezielt gestaltete Räume, in denen entsprechende Fragen gestellt werden, damit die jeweils erforderliche Rolle eingenommen werden kann.
Als besondere Voraussetzungen sind Spielregeln zu vereinbaren und ein
Schiedsrichter zu bestimmen.
Einsetzbar als Diskussionsmethode im Rahmen von Organisations- Stadt- und Regionalentwicklungen.
Aktuelle Beispiele stehen nicht im Web.
Web 2.0 Cities
Kommunen und Regionen, die verstärkt Web 2.0 Anwendungen nutzen (vgl. dazu den Leitfaden der Bitkom).
Hauptzweck ist die zielorientierte Kommunikation mit moderner Technologie.
Erforderlich ist eine entsprechende strategische Ausrichtung.
Geeignet zur Verbesserung der Information und der interaktiven Kommunikation.
Beispiel:
 
Wertbaumverfahren
Diskursanalytisches Verfahren zur Erfassung unterschiedlicher Wertmuster und heterogener Zielsetzungen. Der Wertbaum besteht aus einer logisch konstanten und von allen Parteien anerkannten Liste von Werten und Beurteilungskriterien, die als Bewertungsgrundlage dienen.
Hauptzwecke sind die Förderung der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung bei komplexen Problemstellungen (Technikfolgenabschätzung) sowie die 
Verbesserung der Transparenz normativer Strukturen.
Erforderlich ist die Vorstellung eines Musters.
Verfahren bei der Technikfolgenabschätzung
Methode zur Erschließung von Wissen und zur Entfaltung „kollektiver Intelligenz“ durch Gestaltung eines Dialoge fördernden Rahmens. In mehreren aufeinander folgenden Gesprächsrunden tauschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen aus, wobei ein "Gastgeber" die neu hinzugekommenen in den bisherigen Kenntnisstand einweist.
Hauptzwecke sind die Wissenserschließung und die Vernetzung durch Selbstorganisation.
Einfach zu moderierendes Verfahren.
Vielfältig einsetzbare Methoden, um Diskussionsmuster aufzubrechen.
Beispiele:
 
 
Großgruppenmethode, mit deren Hilfe das „ganze, offene System“ in einem Raum zusammen lernt und ein gemeinsames Zukunftsbild entwickelt. Versammelt sind dazu wichtige Interessengruppen (z. B. Kunden, Lieferanten, Händler, Lizenznehmer) sowie in Städten/Stadtteilen Vertreter aller relevanten Bevölkerungsgruppen und Institutionen. ​
Hauptzwecke sind die Zusammenführung unterschiedlicher  Perspektiven, die Identifizierung von Gemeinsamkeiten  und die Erzeugung von Handlungsbereitschaft. Dazu werden Gruppengrenzen aufgebrochen und ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt .
Erforderlich sind ein strukturiertes Vorgehen und ein gezieltes Setting der Teilnehmenden.
  • Reflexion der Vergangenheit
  • Analyse der Gegenwart
  • Entwicklung von Zukunftsentwürfen
  • Erarbeitung von Gemeinsamkeiten
  • Entwicklung von Maßnahmeplänen
Der beachtliche Erfolg der Zukunftskonferenz als Methode basiert ganz maßgeblich auf der Kraft von Aktionsgruppen, die auf Grund eines gemeinsam erkannten Anliegens eigeninitiativ und selbstverantwortlich handeln wollen.
Geeignet für die Entwicklung langfristiger Ziele und Maßnahmen für eine ganze Organisation, eine Stadt, eine Region oder größere Teilbereiche sowie strategische Querschnittsthemen wie z.B. „Zukunft der Jugendarbeit im Stadtteil“, geeignet auch für Menschen und Gruppen mit divergierenden Interessen und konfliktreicher Vergangenheit. Die Methode steht in der Regel am Beginn eines komplexen Entwicklungsprozesses.
Beispiel:
 
 
 
Methode, die unter Einbeziehung von Moderatoren die Selbstorganisation, die Wahrnehmungsfähigkeit, die Fantasie und die Handlungskompetenz der Teilnehmenden fördert, Möglichkeiten zur Realisierung gemeinsamer Ideen entwickeln hilft und diese an der Umsetzung beratend begleitet. Sie ist im Unterschied zur Zukunftskonferenz nicht so aufwendig, arbeitet mit kleineren Gruppen und ist handlungsorientierter.
Hauptzweck ist die Erarbeitung von  Möglichkeiten, wie Ideen praktisch umgesetzt werden können.
Dreistufiger Aufbau und strukturierter Prozess:
·   Kritikphase
·   Fantasiephase
·   Realisierungsphase
 
Die Teilnehmenden sind mitverantwortlich für Input und Erfolg der Werkstatt.
Geeignet für Leitbildentwicklungen, Lokale Agenda 21-Prozesse u.a. 

Beispiel:

Zukunftswerkstatt Köln

Zukunftswerkstatt Plochingen zu "Familien in Plochingen"

 

Weitere Hinweise (Stand 24. Mai 2012):
 
 
  
Autor: Dr. Siegfried Mauch, Führungsakademie Baden-Württemberg, 2012.

 



 


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